Grüne Mandatsträger des Erzgebirgskreises beteiligen sich an Spendenaktion zur Restaurierung jüdischer Grabmale in Chemnitz – Wachsendem Antisemitismus muss entschieden entgegen getreten werden

Madatsträger der GRÜNEN im Erzgebirgskreis besuchten am 06. September 2020 den Jüdischen Friedhof Chemnitz. Jener liegt sehr versteckt westlich des Stadtzentrums auf halber Höhe des Kaßbergs neben dem christlichen Matthäus-Friedhof und verfügt über etwa 1.250 Grabsteine. Viele davon waren umgestürzt, etliche auch beschädigt. Der Stein mit der ältesten Datierung stammt aus dem Jahr 1878. Um die denkmalgeschützte Anlage vor dem Verfall zu bewahren und Grabsteine restaurieren zu können, läuft auf Initiative von Udo Mayer, einem Chemnitzer, den das tragische Schicksal der Juden in Deutschland seit Kindesbeinen an sehr berührt, eine Spendenaktion. Gemeinsam mit der Volksbank und in Zusammenarbeit mit der Jüdischen Gemeinde vor Ort, aquiriert er Gelder, um gefährdete Grabsteine zu retten. Siehe auch: https://volksbank-chemnitz.viele-schaffen-mehr.de/rettung-grabsteine Kreisräte von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN beteiligten sich an dieser Spendenaktion und wollen damit ein Zeichen gegen den zunehmenden Antisemitismus setzen.
“Wir danken Herrn Mayer für sein außerordentliches Engagement und seinen unermüdlichen Einsatz! Erschütternd nahmen wir zur Kenntnis, dass hinter fast jedem Grabstein eine überaus leidvolle Familiengeschichte steckt. Durch Udo Mayer bleiben die Lebens- und Leidenswege der in Deutschland lebenden Juden lebendig. Wie tröstlich und gut, dass es solche Menschen gibt! Gerade während der Corona-Krise machen verstärkt antisemitische Verschwörungsmythen die Runde, denen wir mit aller Entschiedenheit entgegentreten”, so Ulrike Kahl, Fraktionsvorsitzende der GRÜNEN im Kreistag. Vor genau 135 Jahren gründete sich in Chemnitz eine Jüdische Gemeinde, die in den 1920er Jahren rund 3 500 Mitglieder zählte. In der Reichspogromnacht im November 1938 wurde die Synagoge der Stadt zerstört und das Gemeindeleben in den Folgejahren der NS-Herrschaft ausgelöscht. Nach dem 2. Weltkrieg  musste sich die Gemeinde wieder neu formieren. Aktuell gehören etwa 550 Jüdinnen und Juden zur Chemnitzer Gemeinde.

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