Bürgermeinung zur Herrenmühle in Schwarzenberg

Zum Thema Herrenmühle erreichte die Kreistagsgruppe BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN folgende Bürgermeinung von Frank Ullmann aus Schwarzenberg:

Ein gutes Stück Stadtgeschichte

Eine der ersten drei baulichen Maßnahmen, welche den Anfang zur Entwicklung von Schwarzenberg bildeten, war die Befestigung der Felsspitze, was sich im weiteren Verlauf der Jahrhunderte zum allseits bekannten Schloss in seiner heutigen Form entwickelte. Auf der gegenüberliegenden Seite des Bergrückens dann die Anlage des Brunnengrabens als Schutzwall, hinter dem sich, zwischen den beiden Stadttoren, ein Gemeinwesen entwickeln konnte. Eine Mühle aber dürfte noch älter als die Stadt selbst sein, denn als die Stadt im Jahr 1282 in einer Urkunde mit civitas Swartzenbergk erwähnt wird, muss eine Mühle am Fluss bereits längere Zeit existiert haben – wie ein Chronist 1927 in „Geschichte der Stadt Schwarzenberg“ schreibt.

Die Mühle war stets gezwungen, mit der Stadt- und Technikentwicklung Schritt zu halten, um den Anforderungen der Bürgerschaft zu entsprechen, und sieht also heute leider nicht so romantisch aus, wie wir es gerne hätten. Nach dem Schloss auf dem Felsen ist die alte Burgmühle höchstwahrscheinlich das erste Bauwerk im Tal gewesen, noch bevor sich hier der industrielle Mittelpunkt des Gemeinwesens mit Lohmühle, Gerberei, Färberei, Schmelzöfen, Hammerwerken und Sägemühle entwickeln konnte. Vieles hat sich mit den Jahren verändert und sicher würde das Schloss nur sehr ungern den Zeitzeugen im Tal verlieren.

Natürlich hat sich die Kirche, in prägender Weise, als Partner dem Schloss hinzugesellt, aber es würde tatsächlich etwas fehlen, wenn das Mühlengebäude verschwinden sollte. Zweifelsohne ist es ein attraktives Baugrundstück für ein kleineres Mehrfamilienhaus in zentraler Lage – Dachterrasse mit Schlossblick. Andererseits verschwendet der Abriss eines (z. Z. noch) reparaturfähigen und umnutzbaren historischen Gebäudes wertvolle Ressourcen, was mit Blick auf unseren gesellschaftlich-ökologischen Fußabdruck auch zu berücksichtigen wäre. Zumal auf der anderen Talseite des Stadtfelsen dieses alte Spinnereigebäude – etwa so alt wie das jetzige Mühlengebäude – vormals gut in den Kaufland-Neubau einbezogen und renoviert wurde. Noch ist ähnliches möglich. Keine leichte Aufgabe – aber machbar.

Lesen Sie dazu auch:

  • unsere Anfrage zum Denkmalstatus der Herrenmühle: Artikel
  • die Antwort auf unsere Anfrage: Artikel
  • unsere Pressemitteilung zur Herrenmühle: Artikel

 

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Die Schwarzenberger Herrenmühle an der Karlsbader Straße im Ensemble mit Schloss Schwarzenberg und St. Georgenkirche

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