Unnötig erzeugter, gesundheitsschädigender Motorradlärm muss beendet werden – Erzgebirgskreis und Kommunen sollten Silent-Rider-Bündnis unterstützen

„Zahlreiche, landschaftlich überaus reizvolle Touristenrouten führen durch das Erzgebirge. Allerderdings zählen leider gerade diese vor allem während der Sommermonate auch zu den lärmintensivsten Straßen im Kreisgebiet. Etliche Bewohner unserer Region leiden daher – ähnlich vielen anderen Mittelgebirgsbewohnern in Deutschland – unter erheblichen Lärmbelastungen durch Motorräder.
Mittels unerlaubt manipulierter Auspuffanlagen oder unangepasster Fahrweise erzeugen gewisse Kradfahrer Lärm, der auf Kosten von Gesundheit und Lebensqualität der betroffenen Bürgerinnen und Bürger geht. Viele davon kommen mit diesem Anliegen zu uns“, konstatiert Ulrike Kahl, Kreisrätin von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Erzgebirgskreis. 

Um dem Problem des unnötigen Motorradlärms zu entgegnen,  wurde aus der Nationalparkregion Eifel heraus die bundesweit agierende Initiative „Silent Rider“ mit einem gleichnamigen Verein ins Leben gerufen. Ziel dieser Kampagne ist es, den berechtigten Forderungen nach leiseren Motorrädern und leiserem Fahren die notwendige gesellschaftliche und politische Aufmerksamkeit zu verschaffen.

„Dabei geht es nicht etwa um Stigmatisierung von Motorradfahrern, sondern um die Verhinderung von unnötig erzeugtem, gesundheitschädigenden Lärm. Viele Kommunen und Landkreise, aber auch Polizeibehörden sowie der Bundesverband der Motorradfahrer wirken innerhalb dieses Bündnisses mit und drängen unter anderem auf ein Verbot lärmsteuernder Auspuffklappen,  härtere Strafen für Lärm verursachende Manipulationen an den Fahrzeugen sowie eine Änderung der Regeln, die eine leichtere Bestrafung der Raser ermöglichen.“

Änderungsbedürftig ist auch das gegenwärtige, bei einer Geschwindigkeit von ca. 50 kmh praktizierte Messverfahren der zuständigen Prüfstellen.

„Wenn wir weiter von einem sanften Tourismus profitieren, Mensch und Natur schützen wollen, dann müssen den schwarzen Schafen unter den Motorradfahrern auch im Erzgebirge endlich Grenzen gesetzt werden. Neben der eigenen Bevölkerung haben auch Sommergäste – gerade im Naturpark Erzgebirge-Vogtland – ein Anrecht auf ungetrübte Erholung und Entspannung. Lärmbelastung durch Motorräder ist da kontraproduktiv. Es wäre daher begrüßenswert, wenn sich dem „Silent-Rider“-Bündnis auch der Erzgebirgskreis sowie einzelne Kommunen in der Region anschließen und damit dem Beispiel aus der Eifel und anderen Gegenden Deutschlands folgen würden.

Politisch jedenfalls ist in die Problematik Bewegung gekommen. Ein erster Erfolg lt. Verein ist die 10-Punkte-Entschließung des Bundesrates vom 15. Mai 2020, der ein Antrag des Landes Nordrhein-Westphalen zugrunde liegt. Auch bittet der Bundesrat die Bundesregierung, die „Silent-Rider“- Initiative zu unterstützen.

Ebenso läuft noch einige Monate eine Online-Petition gegen unnötigen Motorradlärm, die unter https://www.openpetition.de/petition/online/silent-rider-die-bundesweite-initiative-gegen-unnoetigen-motorradlaerm gezeichnet werden kann.

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