GRÜNE Kreisräte mahnen intensivere Bemühungen um Artenschutz im Erzgebirge an

Ulrike Kahl, Kreisrätin BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Erzgebirgskreistag

Ulrike Kahl, Kreisrätin BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Erzgebirgskreistag

Zum Internationalen Tag des Artenschutzes am 3. März appellieren die GRÜNEN Kreisräte an alle Entscheidungsträger sowie Bürgerinnen und Bürger im Erzgebirge, den noch vorhandenen Artenreichtum nicht weiter aufs Spiel zu setzen.

„Das vielerlei deklarierte Ziel, den Artenschwund zu stoppen, misslingt leider regelmäßig. Etwa die Hälfte unserer Arten steht auf der Roten Liste. Es genügt nicht, mit ein paar Vorzeigearten wie Feldlerche, Kiebitz oder Flussperlmuschel Lobbyismus zu betreiben, andererseits jedoch Lebensräume anderer Tier- und Pflanzenarten durch stetige Ausweitung neuer Verkehrsflächen, Einsatz von Glyphosat oder anderen Pestiziden sowie einer intensiv betriebenen Landwirtschaft zu vernichten. Um die Arten- und Lebensraumvielfalt zu bewahren, bedarf es einer ganzheitlicheren Sichtweise als bisher“, so Ulrike Kahl, Kreisrätin der GRÜNEN.

„Das Fatale dabei ist, dass der Schaden in der Natur meist schleichend und vom Laien unbemerkt entsteht. Die Auswirkungen erkennen wir häufig erst, wenn die Imker im Erzgebirgskreis ein großes Bienensterben beklagen, weil für diese Insektenpopulationen oder auch für Hummeln und Schmetterlinge der Lebensraum besorgniserregend kleiner geworden ist und wichtige Futterquellen fehlen. Wir sollten uns stets bewusst sein, dass letztlich unsere eigene Lebensqualität und Zukunft von diesen komplexen Ökosystemen abhängt. Gefährden wir sie weiterhin durch Landübernutzung und -düngung, neue Ortsumgehungen oder Parkplätze, zahlen wir möglicherweise einen hohen Preis dafür“, so Kahl weiter.

Auch konnte im Kreisgebiet in den letzten Wochen wieder verstärkt registriert werden, dass vor Beginn der Vegetationsperiode per Kettensäge in wertvolle kommunale Baumbestände eingegriffen wurde.
„Zu glauben, dass mit Neupflanzungen ein Ausgleich oder Ersatz geschaffen wird, ist irrwitzig. Die Leistung, die ein alter, großer Baum für Mensch und Tier erbringt, ist einfach immens. Dazu bräuchte es wieder etliche Jahrzehnte – Zeit, die wir angesichts unserer Umweltsünden aber nicht haben.“

Information: Der Tag des Artenschutzes ist im Jahr 1973 im Rahmen des Washingtoner Artenschutzübereinkommens CITES (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora) eingeführt worden und findet alljährlich am 3. März statt. Durch das Abkommen sollen bedrohte wildlebende Arten (Tiere und Pflanzen) geschützt werden.

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Rosskastanie in Beierfeld

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