Anfrage vom 5.7.2016 zur Radiocäsium-Belastung von Schwarzwild im Kreisgebiet

Kreisrätin Ulrike Kahl sendete am heutigen Dienstag, den 5. Juli 2016, folgende Anfrage zur Radiocäsium-Belastung von Schwarzwild im Kreisgebiet an das Landratsamt:

Sehr geehrte Damen und Herren,

wie jüngsten Medienberichten zu entnehmen war, überschritt ein hoher Anteil des Fleisches von erlegten Wildschweinen im Süden des Landkreises Zwickau noch dreißig Jahre nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl den vorgegebenen Grenzwert von 600 Becquerel pro Kilo an Belastung mit radioaktivem Cäsium 137 sehr deutlich, sodass radiologische Untersuchungen von erlegtem Schwarzwild dort jetzt zur Pflicht wurden.

1. Seit wann werden im Kreisgebiet radiologische Untersuchungen an Fleisch von Schwarzwild durch das BfUL vorgenommen?

2. Wie viele Schwarzwild-Fleischproben aus welchen Jagdgebieten des Erzgebirgskreises wurden im Untersuchungszeitraum auf Radiocäsium hin geprüft?

3. Was ergaben bisherige radiologische Fleischuntersuchungen dieser Wildart im Erzgebirgskreis generell? Welche Untersuchungsergebnisse liegen konkret sowohl im Monitoring als auch im jetzigen Pflichtuntersuchungsgebiet des Kreises vor?

4. Wurden in der Vergangenheit bezüglich des In-Verkehr-Bringens von Wildschweinfleisch nach Artikel 17 Absatz 1 der Verordnung (EG) 178/2002 Verstöße festgestellt bzw. geahndet?

5. Ist der Landkreisbehörde bekannt, ob und wie viele Entschädigungszahlungen im Falle einer Höchstwertüberschreitung beim Bundesverwaltungsamt beantragt und bewilligt wurden?

6. Sieht es die Landkreisverwaltung aus verbraucherschutzpolitischer und lebensmittelrechtlicher Sicht als geboten an, die jetzigen Pflichtuntersuchungsgebiete (Eibenstock, Johanngeorgenstadt, Schönheide und Stützengrün) zu erweitern?

Mit freundlichen Grüßen
Ulrike Kahl

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