Anfrage vom 13.1.2016 zur Unterbringung von Asylbewerbern im Kreisgebiet

Um die Unterbringung von Asylbewerbern im Kreisgebiet geht es in einer Anfrage, die Kreisrätin Ulrike Kahl am Mittwoch, den 13. Januar 2015, an das Landratsamt richtete:

Sehr geehrte Damen und Herren,

sowohl Akteure des Runden Tisches Migration sowie in der Flüchtlingshilfe Tätige sorgen sich derzeit darum, dass im Landkreis in den letzten Wochen verstärkt Gemeinschaftsunterkünfte statt dezentrale Wohnungen von Asylbewerbern bezogen wurden. Das deckt sich auch mit meinen Erfahrungen und Beobachtungen.

Vor dem Hintergrund der hohen Zuweisungen in den Monaten November und Dezember ist dies auch durchaus nachvollziehbar. Pressemeldungen der vergangenen Tage jedoch lassen vermuten, dass der Kreis seinen Anspruch, so viel Flüchtlinge wie möglich dezentral unterzubringen, ein Stück weit aufgibt.
Noch immer gibt es im Landkreis sanierten, leerstehenden Wohnungsbestand, der auf Nutzung wartet, sowie Privatvermieter, die Besichtigungen oder Zuweisungen erwarten. Noch immer reißen Kommunen mittels Fördermittel solide Wohnblöcke ab.

Erwägt der Landkreis, sich beim Freistaat für einen Abriss-Stop einzusetzen, wie dies z. B. im Land Brandenburg geschieht?

Die Chemnitzer Morgenpost titelt heute „Asyl-Sammelunterkünfte zu teuer – Wohnungen sind billiger“. Gilt dies auch für den Erzgebirgskreis?

Beabsichtigt der Landkreis, künftig wieder verstärkt auf dezentrale Unterbringungsmöglichkeiten zu setzen?

Mit Dank und freundlichen Grüßen
Ulrike Kahl

Verwandte Artikel